MINT MIND / ANDALUCÍA

  Indie/Rock/Fuzz-Konzert

Was tun, wenn einen die anspruchsvolle Hamburger Schule nicht auslastet? Man nimmt einfach eine fuzzige Garage-Scheibe auf. Mit „Near Mint“ frönt Rick McPhail seiner Leidenschaft für den britischen Sound der Sechziger, vergisst jedoch  nicht seine Neunziger-Indie-Rock-Wurzeln. Der Tocotronic-Gitarrist experimentiert als MINT MIND mit einem rauen, einfach gehaltenen Sound und beweist, dass ein exzellenter Musiker auch aus vermeintlich simplen Klängen Eingängigkeit und Energie extrapolieren kann. Die zwölf Songs der Platte erinnern oft an Pavement, Mudhoney und Dinosaur Jr. Mal wabern aber auch Synthies, Psych-Perkussion oder gar weltmusikalische Djmebe- und Sitar-Sounds durch die Stücke. Den Stempel Solo-Projekt hat sich Mint Mind auf jeden Fall verdient, denn McPhail schrieb nicht nur die Songs selber, sondern produzierte, mischte und nahm „Near Mint“ nahezu im Alleingang auf. Lediglich an den Instrumenten wurde er von Sven Janetzko (von DEICHKIND) am Schlagzeug und Frank Stöcklich an der Zweitgitarre unterstützt. Als Support mit dabei sind die fantastischen ANDALUCÍA. Das Gitarre-Schlagzeug-Duo aus Münster hat sein zweites Noise-Pop-Album in einer verlassenen amerikanischen US-Militärkirche in Mannheim aufgenommen und präsentierte die Songs im Sommer beim Maifeld Derby. „Stuck“ ist intensiv, puristisch, kantig, traumhaft trist und viel mehr als eine Sonic-Youth-Reminiszenz.